Erfolg...

Max Weidenhiller

Liebe Leserin, lieber Leser!

Die Sommertagung im August 2013 zum Thema „Gottes Stimme hören, um Sein Land einzunehmen“ war ein schöner Erfolg. Das war so der erste Gedanke, der mir beim Nachdenken über diese Tage in den Sinn gekommen ist. Es sind so viele Leute gekommen, wir hatten wunderbare Lobpreiszeiten, die Gespräche in den Gruppen waren von Tiefe und Freude im Herrn geprägt. Die Abrechnung des Seminars war positiv und darüber hinaus haben viele für das Gebetshaus „Die Weide“ gespendet.

Aber, was ist Erfolg?

Ist es die Zahl der Teilnehmer oder waren es die Referate des Sprechers bei dieser Tagung? Möglicherweise hat es den einen oder anderen Teilnehmer gar nicht angesprochen, erschüttert oder zum Verlassen der Tagung bewogen. Woran misst man den Erfolg eines Seminars, eines Ereignisses? Ist es angemessen, in so einem Zusammenhang überhaupt in der Kategorie Erfolg oder Misserfolg zu denken?

Eines ist für mich klar: mit diesen Überlegungen stehe ich mitten in unserer von Erfolg geprägten Welt. Die Leistungsorientierung unserer Zeit durchdringt alle Lebensbereiche und beginnt schon im Kleinkindalter. Ich bitte, mich nicht falsch zu verstehen! Ich rede nicht davon, dass Leistung und Erfolg abzulehnen sind, sondern im Gegenteil, sie sind notwendig in unserem Wirtschaften, aber auch im persönlichen Leben. Ein Leben ohne Erfolge wäre ein ganz schön trauriges Dasein und ein Hindernis für eine frohe und lebensbejahende Existenz.

Aber allzu schnell sind wir dabei, alles über diesen Kamm „Erfolg“ zu scheren und vergessen darauf, wer wir vom Grunde auf sind: „geliebte Töchter und Söhne“ unseres Vaters im Himmel. Auf diese Erkenntnis kommt es an und wir sind eingeladen, auf unserem Lebensweg immer wieder darauf zu bauen. Eine Vorliebe von mir ist es, mit manchen Worten zu „spielen“, sie zu zerlegen und ihnen auch andere Bedeutungen zu geben. So erging es mir auch mit dem Wort „Erfolg“: Ich habe das Wort in ER und FOLG geteilt und bin damit wieder mit den Gedanken beim Seminar gelandet. Wenn „ER “ (Gott) spricht und ich höre und „FOLG“, dann liegt Segen darauf. Ich bin mir sicher, unser dreifaltiger Gott spricht auch heute noch in unsere Welt hinein und wartet nur darauf, gehört zu werden. Natürlich braucht es nach dem „Hören“ die Frage: wer hat da gesprochen, denn vielstimmig ist unsere Welt und die richtige Unterscheidung zu treffen gelingt am besten, wenn ich andere Personen dazu befrage. Damit schalte ich meistens von Beginn an persönliche Motive aus und lerne gleichzeitig, aus den vielen Stimmen die eine wesentliche heraus zu hören.

Zur „Unterscheidung der Geister“ ist in einem anderen Beitrag noch mehr zu lesen. Dieses Thema wollen wir weiter vertiefen und es wird seinen Höhepunkt in der nächsten Sommertagung (14.–16.Aug. 2014) finden.

+Max Weidenhiller